Die Geschichte der Pfarrkirche St. Martin

Die alte Kirche, war wohl wegen ihrer Lage, auf einem nach drei Seiten abfallenden Hügel, als Festungsanlage geeignet.
Sie wurde schon in frühen Zeiten als Zufluchtsstätte für die Ortsbewohner befestigt.

Groß-Schweinbarth gehörte seit frühester Zeit zur Missionspfarre Groß-Rußbach. Im Jahre 1310 wurde zwischen dem Pfarrer von Groß-Rußbach und dem Pfarrer von Matzen ein Vertrag geschlossen, nach welchem das "Vikariat Groß-Schweinbarth", eine Filiale der Pfarre Matzen wurde. Zu diesem Vertrage kam es wegen Priestermangels.

An der Kirchenmauer ist heute noch der stark abgetretene Marmorgrabstein (um 1350) des "Ulrich der Sweinwarter", zu sehen.

Die Kirche wurde auch zum bedeutendsten Verteidigungspunkt gegen die Hussiten in unserer Gegend. Im Jahre 1460 flüchtete der Raubritter Konrad Fronauer, von den kaiserlichen Truppen aus Orth an der Donau vertrieben, in die Kirche zu Groß-Schweinbarth, wo ihn selbst die kaiserlichen Truppen nach vierwöchiger Belagerung nicht besiegen konnten.

Im Kirchturm hängt noch heute eine Glocke mit der Jahreszahl 1519. Von Ihr erzählt die Sage,
dass sie von Wildschweinen, die hier einst sehr zahlreich vorkamen, in jenem Ortsteilausgewühlt wurde, der heute den Namen "Sauleiten" führt. Es soll an der Stelle früher ein Kloster gestanden sein, das von wilden Feinden zerstört wurde.

Kaiser Ferdinand I. trennte 1560 das Vikariat Groß-Schweinbarth von der Mutterpfarre Groß-Rußbach ab. Der erste landesfürstliche Pfarrer war Josef Bernhard.

 

Um 1600 ließ Kaiser Rudolf II. Kirche und Pfarrhof wegen der Glaubenstreitigkeiten abermals befestigen. Durch die Kuruzzeneinfälle 1721 erlitt die Kirche schwere Brandschäden und der Zustand war katastrophal.

Erst Pfarrer Christoph Clespe gelang es 1734, nachdem er die Diözese wieder eindringlich bat" verhilflich zu seyn,damit die ganz verfallene Kirche widrum gebaut werden möchte", mit dem Neubau der Kirche zu beginnen. Die hiesige Herrschaft Abensperg und Traun stellte 181.000 Mauerziegel und 22.400 Dachziegel zur Verfügung. 1735 war die Kirche unter Dach. Der Kaiser hatte 733 Gulden für den Dachstuhl gespendet, der aus 286 Stämmen aus dem Hochleitenwald gezimmert wurde.
Die neue Kirche ist ein großer einheitlicher Barockbau, mit hoher schlichter Lisenengliederung,
Ovalfenster von Figurinnischen flankiert, Volutengiebel mit bekrönenden Vasen; darüber der 2geschossige Turm mit Pilastergliederung und großen Schallfenstern.

Das mächtige Langhaus befindet sich unter einem steilem Satteldach, zwischen den Lisenen zeigen sich hohe Rundbogenfenster.

Die 3teilige Orgelempore mit einem Kreuzgewölbe wird von toskanischen Säulen getragen,
die sich zu einem rundbogigen Triumphbogen schließen. Leicht erhöhter schmaler 2jochiger Chor mit geradem Schluß, Tonnengewölbe mit Stichkappen zwischen Doppelgurten, Doppelpilaster unter umlaufendem Gebälk. Über der im Norden gelegenen, kreuzgewölbten Sakristei befindet sich das Oratorium mit Glasfensterausstattung aus der Mitte des 20. Jhdt.
Das Altarbild des Hochaltares mit kannelierten Doppelpilastern zeigt den Hl. Martin, gemalt 1814 von Josef Leicher. Der freistehende Tabernakel wird von adorierenden Engeln flankiert.
Auf den Seitenaltären, aus der 1. Hälfte des 19. Jhdt.,sieht man links die Mondsichelmadonna,
rechts Josef mit dem Jesuskind. Die Kanzel, aus dem Anfang des 18. Jh. zeigt am Korb Reliefs mit den 4 Evangelisten und Engel. Vis-a-vis hängt das großes Kruzifix aus dem 17.Jh.,im Anschluss daran die Kreuzwegstationen aus der Mitte des 19. Jh.
Die bemerkenswerte Brüstungsorgel aus der Mitte des 18. Jh. zieren Engel mit Musikinstrumenten,
Sie wurde 1814 und zuletzt 1920 von Johann M. Kauffmann renoviert. Das Taufbecken stammt aus dem 18. Jh.
1816 wurde ein als wundertätig verehrtes Marienbild aus dem Hochleitenwald in die Kirche gebracht, um die Prozessionen hierher zu lenken.
Nachdem 1894 abermals ein Blitz in die Kirche einschlug, wurde die Kirche 1899 mit einer neuen
Turmuhr und einem Zwiebelhelm ausgestattet.